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Geschichte Lautenbach im Renchtal

Kurzfassung der Geschichte Lautenbachs

  • Lautenbach um 1890
    Lautenbach um 1890
  • Lautenbach um 1910
    Lautenbach um 1910
  • Kirche um 1910
    Kirche um 1910
  • Lautenbach um 1960
    Lautenbach um 1960

Der knapp 2000 Einwohner zählende Ferienort Lautenbach im Renchtal war über Jahrhunderte hinweg keine dörfliche Siedlung, sondern bestand aus mehreren Einzelhöfen in Streulage, die größtenteils ihren Ursprung im 994 erstmals erwähnten Nußbacher Hof hatten.

Das zwischen 1191 und 1196 gegründete Kloster Allerheiligen wurde durch Käufe und Schenkungen zum größten Grundbesitzer auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Lautenbach.

Eine dieser Besitzungen des Klosters war das 1233 erstmals erwähnte Hofgut Lautenbach, das Namensgeber für die im 19. Jahrhundert gegründete politische Gemeinde Lautenbach wurde. Das Kloster Allerheiligen wurde auch auf kirchlich-religiösem Gebiet bestimmend für die Bewohner der Streusiedlung rund um das Hofgut Lautenbach.

Propst und Konvent von Allerheiligen waren die Initiatoren zum Bau der 1483 fertiggestellten Lautenbacher Marienwallfahrtskirche, die bis heute in ihrem ursprünglichen Glanz erstrahlt und als Wahrzeichen Lautenbachs das eindrucksvollste Monument der Gotik im Renchtal darstellt.

Neben dem Kloster Allerheiligen übten die Bischöfe von Straßburg von 1316 bis 1803 als Landesherren im Sasbach-, Acher- und Renchtal die politischen Hoheitsrechte über die Bewohner Lautenbachs aus und waren in dieser Funktion oft in die Ereignisse der "großen Politik" verstrickt, unter denen die Bürger Lautenbachs mehrfach zu leiden hatten, besonders während des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) und in den Kriegen Ludwigs XIV. (1667 - 1714).

Nach der Übernahme des bischöflich-straßburgischen Amtes Oberkirch durch die Markgrafen und späteren Großherzöge von Baden (1803) entstanden im Jahre 1815 die politische und die katholische Kirchengemeinde Lautenbach, deren Bürger anfänglich nicht zuletzt deshalb in schlechten finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnissen lebten, u. a. weil sie die ehemaligen Erblehensgüter des Klosters Allerheiligen und des Ortenauer Niederadels auf dem Gebiet Lautenbachs käuflich erwarben.

Die Folge davon war, dass viele Lautenbacher Familien sich zur Auswanderung nach Übersee entschlossen. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts boten sich den Einwohnern Lautenbachs neue Verdienstmöglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft in neu gegründeten Handwerks- und Industriebetrieben sowie in mehreren Steinbrüchen an.

Überdies entwickelte sich der Renchtäler Fremdenverkehr, von dem auch Lautenbach profitierte.

Von Auswirkungen der "großen Politik" blieb die Gemeinde Lautenbach auch in großherzoglich-badischer Zeit (1803/05 - 1918) nicht verschont.

In den Revolutionsjahren 1848/49 solidarisierte sich ein Teil der Bevölkerung Lautenbachs mit denjenigen Kräften, die im "Deutschen Bund" demokratische Strukturen aufbauen wollten. Nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 entwickelte sich in Lautenbach ein glühender Patriotismus, der schon bald nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1914 - 1918) aufgrund der Entbehrungen und vor allem der Kriegstoten aus der Gemeinde Lautenbach einer pessimistischen Stimmung wich.

Der Neubeginn nach dem Ersten Weltkrieg gestaltete sich in Lautenbach im Rahmen der "Weimarer Republik" nicht problemlos, denn Kriegsfolgen, die Inflation von 1923 und die Weltwirtschaftskrise von 1929 belasteten die Bevölkerung Lautenbachs, die jedoch in ihrer Mehrheit die staatstragenden Parteien wählte und erst seit Beginn der Dreißigerjahre den Parolen Hitlers und seiner Parteigenossen Gehör schenkte. Die Jahre der nationalsozialistischen Zwangsherrschaft (1933 - 1945) waren auch in Lautenbach leidvoll.

Alle mussten sich dem Diktat der Partei Hitlers unterordnen und nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges an der Heimatfront Not und Entbehrungen ertragen. Besonders hart waren jene Familien Lautenbachs betroffen, die Kriegstote zu beklagen hatten.

Lautenbach wandelte sich in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg von einer rein bäuerlich geprägten Gemeinde zu einer Wohngemeinde mit mehreren hundert Auspendlern in die Industrie- und Gewerbestandorte der Umgebung.

Dies war nur möglich, weil mit dieser Entwicklung der Aufbau und Ausbau der Infrastruktur immer Schritt hielt: Am Anfang stand der Bau einer zentralen Wasserversorgung für das Dorf und der Anschluss an das Elektrizitätsnetz für alle Gehöfte.

Die Erschließung von einigen Wohngebieten, die weitgehend dem innerörtlichen Bedarf dienen, führte zu einem kräftigen Ansteigen der Bevölkerungszahl, was wiederum gewaltige Investitionen in öffentliche Gebäude und den Ausbau der Verkehrswege erforderte.

Genannt seien: der Bau einer neuen Schule und die Renovierung der alten Schule, die Errichtung einer Mehrzweckhalle, der Einsegnungshalle und des Bauhofes. Um auch in Zukunft für die Daseinsvorsorge gerüstet zu sein, ist Lautenbach Mitglied der Zweckverbände "Wasserversorgung Vorderes Renchtal" und des "Abwasserverbandes Oberkirch und Umgebung" geworden.

Da immer mehr Bauernhöfe im Nebenerwerb betrieben werden und der Lebensunterhalt in der Industrie gefunden wird, haben neuerdings der Ausbau und die Unterhaltung der Hofzufahrten einen hohen Stellenwert. In der Kommunalreform 1971 - 1975 konnte Lautenbach seine Selbstständigkeit erhalten, ist aber seit 1974 Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Oberkirch-Renchen-Lautenbach.

Zusammenstellung:
Hans-Martin Pillin, Rudolf Huber, August 2000

 
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