Impressionen aus Lautenbach

Hexen, Teufel und der Ex

Auf der Suche nach dem schnellen Internet und Deutschlands größtem Maibaum: Lautenbach erlebte einen furiosen Eröffnungsabend, der Lust auf mehr Fasent machte.

Zunftmeister Jens Wiedmer erklärte am vergangenen Samstagabend in einer brodelnden Neuensteinhalle die diesjährige „Luddebächer Fasent“ für eröffnet. Er konnte zahlreiche Gruppierungen und Vereine begrüßen, die in einem bunten Programm das Geschehen des vergangenen Jahres im Renchtalort auf die Schippe nahmen. Funkenmariechen Alena Wolber betrat die Bühne mutig als Erste und schwang mit Begeisterung und viel Herzblut das Tanzbein. Dass Gardetanz nicht nur auf Marschmusik geht, das zeigten anschließend schwungvoll die Gardemädchen der Höllwaldteufel unter der Leitung von Sarah Kleiber.

Ein erster Höhepunkt war danach der Auftritt von Ori Sauer, der nach einigen Jahren der Abstinenz nochmals in seiner Paraderolle als der „Ex“ die Bühne betrat, nämlich als Ex-Bürgermeister Karl Bühler. Sein Arzt habe ihm geraten, die Sache langsam ausklingen zu lassen und ab und zu wieder einmal vor Publikum zu reden. „Nooch zwei Johr hab ich ä schmerzhafter Entzug. Un des mocht kronk“. Er beschrieb zunächst sein Leben als Kreis- bzw. Greisrat. Für Lautenbach habe er außerdem noch viele Ideen in der Schublade, vom Hochwasserschutz bis hin zur Rückeroberung ehemaliger Lautenbacher Gebiete auf heutiger Oberkircher Gemarkung. In Ermangelung eines Geldautomaten im Ort rät er dazu, das Schotterwerk im Hubacker zu reaktivieren: „Donn moche mir zukünftig unseren Schotter widder selber.“ Seine Zukunft sieht er als Fremdenführer, Musikverein-Bezirksvorstand und „Greisrat“ oder vielleicht sogar im Dschungelcamp. Beifallsstürme und herzhafte Lacher erntete der Zunftrat mit dem nächsten Programmpunkt. Maximilian Roth brillierte dabei als Bürgermeister Thomas Krechtler und parodierte im Rahmen des nachgespielten Bürgerempfangs die Medienpräsenz des Rathauschefs in Wort und Bild.  Zwischendurch erzählte Zunfträtin Luzia Walter das Grimmsche Märchen von „Hänsel und Krechtel“ auf der Suche nach dem schnellen Internet. Dazu erschienen zwei Zunfträte auf der Bühne mit den lebensechten Konterfeis von Thomas Krechtler und Bürgermeisterstellvertreter Hans-Friedrich Huber. In die Geschichte waren brüllend komische Fotomontagen örtlicher Originale, Gemeinderäte und Unternehmer eingebaut. Die Suche nach dem Breitband war allerdings nicht von Erfolg gekrönt: „…und wenn sie nicht gestorben sind, dann suchen sie noch heute.“ Zum Abschluss gab Maximilian Roth alias Thomas Krechtler  einen Ausblick auf die Zukunft. Man werde das Thema Windkraft in die eigenen Hände nehmen, und für die Oberkircher Postfiliale habe man in Lautenbach auch schon die geeignete Immobilie gefunden. Zwischendurch begeisterte Claudia Baumann als Hexe vom Sohlberg mit ihrem Song „Im Zauberbanne des Sohlbergs, da findest Du die Kraft“. Das Panikorchester der Trachtenkapelle Lautenbach beschäftigte sich danach mit Deutschlands größtem Maibaum. Die Gespräche von Udo von der Nordsee (Robin Bentrup), Forst-Peter (Christoph Birk) und Bürgermeister Krechtler (Bernd Leopold) begleitete das Panikorchester mit den passenden Songschnipseln. Per Bobbycar und Spielzeug-Traktor wurde der Abtransport nachgespielt. Die Frage, ob der Baum nun wirklich Deutschlands größter sei, konnte ein Guinessbuch-Mitarbeiter durch seine dubiosen Messkünste nicht abschließend klären. Nach einer kurzen Tanzpause riefen die Damen des Chores „Pink Pepper“ die Gründung einer Guggemusik für Lautenbach aus namens „Rosarodi Gugge“. Der Schlachtruf „Rosarodi – Gugge“ klappte sofort. Die neu gegründete Guggemusik hatte sich auf die Darbietung sehr kurzer Musikstücke spezialisiert, weshalb das Publikum um äußerste Konzentration geben wurde, um den Hauptteil nicht zu verpassen. Der Höhepunkt war das „mehrstimmige“ Stück zerplatzender, unterschiedlich großer Papiertüten. Der Auftritt war kurz, zackig und witzig mit einer typischen Prise rosa Pfeffer. Die Zwetschgenbacher Narrengilde aus Bühl unterhielt anschließend mit einem ägyptischen Tanz und zauberte orientalische Stimmung in die Festhalle. Mystisch und märchenhaft begann die Darbietung der „Dancing Flintstones“. Sie setzten das Märchen „Der Froschkönig“ mit wunderschöner Kulisse und tollen Kostümen in Szene. Schließlich durfte auch der traditionelle Teufelstanz nicht fehlen, der in den schaurig-schönen Höllwald entführte.

Dass man sich in Lautenbach weltoffen und äußerst tolerant gebe, das zeigte auch die Tatsache, dass die Narrenzunft mit Axel L. ein Musikduo aus dem Schwabenland engagiert hatte. Sie sorgten von Beginn an für eine großartige Stimmung und füllten die Tanzfläche noch bis weit nach Mitternacht mit ausgelassen tanzenden Narren jeden Alters.

Zitate:

„Wenn die Oberkircher Banker uns noch ä willi ärgere un in Luddebach koi Geldautomat uffstelle, donn baue mir im Hubacker sell Werk widder uff un moche zukünftig unseren Schotter widder selber.“

Ori Sauer als Ex-Bürgermeister Karl Bühler.
 
„Minner Doc sagt mir: Charly, wenn Du’s gwähnt warsch, dass du wegge dene viele Vorkommnisse in Luddebach jo mindestens fünf Mol in de Woch in de Zittunge gschtonde bisch, .,,, donn konnsch Du nidde oifach von Hundert uff Null fahre. Des musch Du longsam usslaufe losse.

Begründung von Ori Sauer, warum er als Ex nochmals auf die Bühne zurückkommt.
 
„Ich stell fescht, s’isch ä Profi un wirklich koi Laie.
Setzt fort die Bürgermeister-Reihe.
Was der uff die Bein stellt, do konnsch Du nur Staune,
des mocht uns doch alle erhebliche Laune.“

Ori Sauer alias Karl Bühler über Bürgermeister Thomas Krechtler.

Text und Bilder: Martina Busam

(Erstellt am 09. Februar 2018)
 
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