Impressionen aus Lautenbach

Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Rektor i.R. Rudolf Huber

In einem Festakt wurde am Freitag im Pfarrsaal Lautenbach Rektor i.R.
Rudolf Huber das Ehrenbürgerrecht seiner Heimatgemeinde Lautenbach verliehen. Es ist erst das zweite Mal in der Nachkriegszeit, dass einem hochverdienten Bürger die höchste Auszeichnung seiner Gemeinde zuteil wurde.

Rektor i.R. Rudolf Huber hat es verdient, dass ihm seine Heimatgemeinde mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde die höchste Auszeichnung zuteil werden ließ. Das wurde in den Ansprachen anlässlich des Festakts immer wieder deutlich. Aufgrund seiner großen Verdienste und seines jahrzehntelangen Engagements für die politische Gemeinde und die kirchliche Gemeinde Lautenbach, besonders für die Wallfahrtskirche "Mariä Krönung", fiel es dem Gemeinderat nicht schwer, am 8. Mai dieses Jahres den Beschluss für die Ehrenbürgerschaft Hubers einstimmig zu fällen. Den Rückhalt für diese Entscheidung konnten sich die Räte in der gesamten Bevölkerung gewiss sein. Bezeichnend sei hierbei gewesen, so Bürgermeister Thomas Krechtler, dass es auch keine Diskrepanz zwischen jüngeren und älteren Gemeinderäten gegeben habe. Denn Hubers herausragendes Wirken in der Vergangenheit habe auch in der Gegenwart keinen Abriss erfahren. Nahezu jedem Lautenbacher und weit darüber hinaus sei der Name "Rektor Huber" ein Begriff und ein Synonym, das fest mit Lautenbach und der Wallfahrtskirche verbunden sei. Mit den Worten des italienischen Dichters Luigi Pirandello "Es ist leichter, ein Held zu sein, als ein Ehrenmann. Ein Held muss man nur einmal sein, ein Ehrenmann immer" brachte Krechtler trefflich zum Ausdruck, dass die Verleihung einer Ehrenbürgerschaft ein stetig währendes bürgerschaftliches Engagement zu Grunde liegt. Und das kann man dem inzwischen 90-Jährigen uneingeschränkt testieren. Da sind die Verdienste um das Wohl der Kinder und den Ruf der Lautenbacher Grund- und Hauptschule in seiner Rektorzeit von 1968 bis zur Pensionierung im Jahr 1992 zu nennen; sein langjähriges Engagement als Gemeinderat und Bürgermeisterstellvertreter, sein Einsatz als Stiftungsrat, Vereinshistoriker, politisch engagiertes CDU-Mitglied, sowie als Mitglied in der Kameradschaft ehemaliger Soldaten sind anzufügen. Neben dem herausragend bürgerschaftlichen Engagement hat Huber sein selbst angeeignetes, enormes historisches Wissen über das Kleinod seiner Heimatgemeinde bei Führungen eingebracht. 2015 titelte die Mittelbadische Presse "Ein Leben für Mariä Krönung" und traf damit den Kern und Hubers Empathie. Nahezu sechs Jahrzehnte begeisterte Huber Wallfahrer, Touristen, Kunstexperten und historische Vereine mit seinem umfassenden Kirchengeschichtswissen, das er mit Humor vermittelte. Und das im Auftrag unter den fünf Priestergenerationen Philipp Hauser, Paul Enderle, Walter Sutterer, Benno Gerstner und Lukas Wehrle. Allein seit seinem Ruhestand 1992 kann man rund 2500 Kirchenführungen mit einer Gesamtzahl von weit über 75000 Besuchern aufzählen. Mit seinen tiefen Kunstkenntnisse schrieb er zusammen mit Hans Heid den bis heute gültigen Kirchenführer. Auf politischer Ebene war stets sein Bestreben, die Selbständigkeit Lautenbachs zu erhalten und die Gemeinde voranzubringen.
Als Mitglied im Scharzwaldverein war es ihm ein großes Anliegen die herrliche Naturlandschaft zu erhalten und den Menschen näher zu bringen.
Selbst im vergangenen Jahr konnte Huber mit einer historischen Analyse im Rahmen des Landessanierungsprogramms der Gemeinde hilfreich sein.
Krechtler würdigte bei der Verleihung der Ehrenbürgerurkunde Rudolf Huber als einen äußerst zuverlässigen, engagierten, beharrlichen und geschätzten Menschen, dem die Gemeinde Lautenbach sehr viel zu verdanken habe.
Anschließend skizzierte Huber Stationen in seinem Leben. Geprägt für sein Leben und für seine Berufswahl habe ihn die Kriegs- und Gefangenschaft. Das habe ihn bewogen, "auf kleinem Plätzchen", dafür zu sorgen, dass es sowas nicht mehr gäbe. Seinen Lehrerberuf habe er im christlichen Sinne als Aufgabe des "Sämanns" verstanden, der guten Samen säe. In seinen Dankesworten schloss der Geehrte seine Eltern, seine Familie, besonders seine Ehefrau Maria, ein. Alle hätten ihn bei seinen Mühen getragen und ertragen. Als gläubiger Christ dankte er seinem Schöpfer für die geschenkten 90 Jahre. Ein Dankeschön ging an Pfarrsekretärin Antonia Huber und Melanie Madlinger von der Gemeindeverwaltung, die ihn bei den Terminvereinbahrungen unterstützt haben. "Ich hoffe, dass die große Ehrung keinen Druck auf mich auswirkt, dass ich aufhören soll", sagte er hintergründig. Anhaltender, stehender Applaus folgte. Den musikalischen Rahmen des Festakts lieferte Philipp Rendler am E-Piano. Unter den Festgästen waren Hubers Familienangehörige, die beiden Pfarrer Gerstner und Wehrle, Gemeinderäte und Vertreter des katholischen Gemeindeteams sowie die Schulleiterin der Abt-Wilhelm-Schule, Sabine Dold, und Pfarrgemeinderätin Susanne Huber.

Laudatoren bei der Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Rektor i.R. Rudolf Huber (Mitte) waren ( von links) Spiritual Benno Gerstner, Lautenbachs Bürgermeister Thomas Krechtler und Pfarrer Lukas Wehrle. Hubers Ehefrau Maria (2. von rechts) erhielt als Zeichen für die langjährige, uneigennützige Unterstützung ihres Mannes ein Blumengebinde. Text und Bilder: Roman Vallendor

Lukas Wehrle, Leiter der Seelsorgeeinheit Oberkirch, überbrachte die Glückwünsche der katholischen Kirchengemeinde zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Rudolf Huber. Wehrle würdigte Hubers Engagement als langjähriger Pfarrgemeinderat, Stiftungsrat der Pfarrei und Vorsitzender des Pfarrgemeinderats von 1969 bis 1990. Seit 1960 habe Huber jährlich rund 100 Führungen in der Wallfahrtskirche durchgeführt. Mit seiner Haltung und seinem Engagement sei er in Zeiten des Umbruchs und Neuerungen stets ein stabilisierender Faktor und aufgrund seiner Beständigkeit das "lebendige Gedächtnis der Kirche" gewesen. In seiner Person vereine sich ein "unglaubliches Geschichtswissen mit tiefer bodenständiger Frömmigkeit und Glaubwürdigkeit sowie einer bewundernswerten Geradlinigkeit". Spiritual Benno Gerstner verbindet eine tiefe Freundschaft mit Rudolf Huber und dessen Familie, die sich in einer Tischgemeinschaft in elf Jahren seines Wirkens als Wallfahrtpfarrer von "Mariä Krönung" entwickelt hat. Huber sei aufgrund seiner Diplomatie sein maßgeblicher Berater gewesen. Seine Gläubigkeit als überzeugter Katholik habe er im Alltag umgesetzt, würdigte Gerstner den "tollen Menschen Rudolf Huber".

Pfarrer Lukas Wehrle bedankte sich bei Rudolf Huber mit einem Geschenkkorb.
Bürgermeister Thomas Krechtler schenkte Rudolf Huber ein Gemälde der Lautenbacher Wallfahrtskirche "Mariä Krönung".

(Erstellt am 15. November 2018)
 

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