Impressionen aus Lautenbach

Kommunale Wärmeplanung

Allgemeine Hinweise

Alle Länder der Bundesrepublik Deutschland sind verpflichtet, sicherzustellen, dass auf ihrem Hoheitsgebiet Wärmepläne nach Maßgabe des Wärmeplanungsgesetz (WPG) erstellt werden. Nach § 4 Abs. 1 und 2 WPG gelten folgende Fristen für die Erstellung der Wärmepläne:- spätestens bis zum Ablauf des 30. Juni 2026 für alle bestehenden Gemeindegebiete, in denen zum 1. Januar 2024 mehr als 100.000 Einwohner gemeldet sind, sowie
- spätestens bis zum Ablauf des 30. Juni 2028 für alle bestehenden Gemeindegebiete, in denen zum 1. Januar 2024 100.000 Einwohner oder weniger gemeldet sind.
 Im Renchtal haben sich die Kommunen Appenweier, Renchen, Oppenau, Bad Peterstal-Griesbach und Lautenbach über die Stadtwerke Oberkirch zum sogenannten „Renchtal-Konvoi“ zusammengeschlossen und die Stadtwerke Oberkirch mit der Durchführung der kommunalen Wärmeplanung beauftragt. Der entsprechende Beschluss des Gemeinderats Lautenbach erfolgte in der nichtöffentlichen Sitzung am 4. April 2023. In den vergangenen Jahren haben die Stadtwerke Oberkirch in Zusammenarbeit mit den beteiligten Kommunen eine Bestands- und Potenzialanalyse durchgeführt, ein mögliches Zielszenario entwickelt sowie einen Wärmeplan einschließlich Maßnahmenkatalog erarbeitet.

Kommunale Wärmeplanung Konvoi Renchtal - Abschlussbericht Gemeinde Lautenbach

In der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 19. Mai 2026 stellten Herr Timo Strauß und Herr Erik Füssgen von der Stadtwerke Oberkirch GmbH gemeinsam die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung im Renchtal-Konvoi vor. Der Prozess umfasste die folgenden zentralen Bausteine: Bestandsanalyse der aktuellen Wärmeversorgung und des Wärmebedarfs, Analyse der lokalen Potenziale erneuerbarer Energien und Abwärmequellen, Entwicklung eines Zielszenarios für das Jahr 2040 sowie die Ableitung einer Wärmewendestrategie mit konkreten Maßnahmen. Im Zuge der Bestandsanalyse für Lautenbach stellte Herr Strauß fest, dass der aktuelle Wärmebedarf bei 13,35 GWh pro Jahr einschließlich Verlusten liegt. Rund 78 % der Gebäude werden zu Wohnzwecken genutzt. Zudem wurden etwa 77 % der Gebäude vor dem Jahr 1979 errichtet, davon etwa 10 % bereits vor 1919. Die Treibhausgasemissionen werden derzeit zu rund 80 % durch Heizöl verursacht. Hinsichtlich der verwendeten Energieträger entfallen 48,2 % auf Biomasse beziehungsweise Holz und 42,7 % auf Heizöl. Für das Zielszenario 2040 wird in Lautenbach eine ausschließlich dezentrale Wärmeversorgung vorgesehen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Modernisierung bestehender Gebäude sowie auf Effizienzsteigerungen. Für die Umsetzung des Wärmeplans werden verschiedene strategische Maßnahmen aufgezeigt. Im kommunalen Bereich zählen hierzu insbesondere der Heizungsaustausch in der Abt-Wilhelm-Schule, eine Photovoltaik-Offensive auf kommunalen Gebäuden sowie Maßnahmen zur klimaneutralen Weiterentwicklung des kommunalen Gebäudebestands. Im privaten Bereich sollen insbesondere Sanierungsmaßnahmen sowie Beratungsangebote zum Einsatz von Wärmepumpen forciert werden. Darüber hinaus sollen interkommunale Maßnahmen zur Umsetzung der Wärmewende weiter vorangetrieben werden.

 

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